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Annie Kaemper leistet Dolmetscher-Dienste in der Porsche-Arena

Gebürtige Französin lebt seit 20 Jahren in Dahle

Die Dahlerin Annie Kaemper  erlebt Deutschlands größten Gottesdienst, ProChrist 2013, ab dem Wochenende live in Stuttgart: als ehrenamtliche Dolmetscherin für Französisch.

79 Dolmetscher sitzen in der kommenden Woche abends in den schalldichten Kabinen der Porsche-Arena. Was Interviewpartner, Moderator und Prediger erzählen, geht in 21 Sprachen in 17 Länder. Das Gros der 800 Veranstaltungsorten liegt natürlich in Deutschland, zum Beispiel in Dahle: Im Gemeindehaus der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde an der Hochstraße öffnet ein Bistro jeweils ab 19 Uhr; eine halbe Stunde später beginnt die Live-Übertragung aus Stuttgart.
Dann muss Annie Kaemper schon voll konzentriert sein.


Gebürtig aus Toulouse


Die 51-jährige Dahlerin stammt gebürtig aus Toulouse. Deutsch war ihre zweite Fremdsprache. Annie Kaemper gesteht: Als sie  vor über 30 Jahren ihr Abitur gebaut hatte, „dachte ich: Nie wieder!“ Doch dann kam l’amour.
Damals gab es bereits Kontakte zwischen den christlichen Gemeinden in Toulouse und Dahle. Immer wieder fuhren Gruppen hin und her. Irgendwann funkte es.  Annie lernte ihren Ralf kennen. Vor fast 20 Jahren heirateten sie. Annie Kaemper erinnert sich: „Wir haben uns extra als erste Zeit den Januar ausgesucht, damit ich sehe, ob ich mit dem Klima anfreunden kann.“
Aus dem warmen Süden zog sie ins Sauerland, aus der viertgrößten französischen Stadt mit Uni und allem drum und dran ins Dorf. „Ich liebe die Herausforderung“, erzählt die fröhliche Umsiedlerin. Der Liebe willen hing sie auch ihre Arbeitsstelle als Juristin im Department an den Nagel. „Aber ich bin hier hervorragend aufgenommen worden.“ Hier empfing sie eine „geistliche Familie“ in der freikirchlichen Gemeinde. Als Christ habe man sehr viel mehr Gemeinsamkeiten mit Christen in anderen Ländern, völlig unabhängig von Kultur oder Abstammung. „Das ist ein großer Pluspunkt.


Sprache war der schwerste Brocken 

Die Sprache sei jedoch der schwerste Brocken gewesen. Zwei Monate am Goethe-Institut gaben ihrem Schul-Deutsch den Schliff. „Sprache ist Bereicherung und Gefängnis zugleich, wenn man sie nicht total beherrscht.“ Sie liest bis heute noch viel auf Französisch, beispielsweise in der Bibel. „Ich habe lange gebraucht, deutsch zu beten.“
Nun übersetzt sie fünf Abende lang simultan in ihre Muttersprache. Annie Kaemper saß bereits bei  ProChrist in Chemnitz und München in den Dolmetscher-Kabinen und  weiß deshalb, was auf sie zukommt. In den Vorjahren galt es zusätzlich zu den Abendveranstaltungen, tagsüber Aufnahmen nach zu synchronisieren. Diesmal beginnt die Arbeit täglich um 17 Uhr. Dann kommen die ersten Manuskripte. Hauptredner Ulrich Parzany  wird von einem  männlichen, professionellen Dolmetscher übersetzt. Der Prediger spreche nur anfangs sehr langsam, weiß sie. Wenn er in so richtig in Fahrt komme und lange Sätze baue, dann ist ein Profi zum Dolmetschen nötig.


Das deutsche Verb oft erst am Ende

Drumherum gibt es noch genügend Gesprächsstoff zu übertragen. Die Interviews sind die härteste Nuss, weil sie sich nicht vorbereiten lassen. Problematisch sei, dass der Deutsche oft das Verb ans Ende des Satzes hängt. „Wir müssen erst auf den Schluss warten, bevor wir wissen, was ihr sagen wollt“, erklärt Annie Kaemper. Außerdem sei Deutsch sehr viel kompakter.  Sie nennt Beispiele: der Güterzug wird zu „un train de marchandises“, das Holzgartenhaus"  zum „chalet de jardin en bois“.
Aber vermutlich kommen solche Begriffe seltener vor in den nächsten Abenden; dafür umso häufiger Jesus und Gott. „Zweifeln und Staunen“ steht als Oberthema über den acht Live-Übertragungen von Sonntag bis Sonntag (3. bis 10. März) aus Stuttgart.

 

 

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