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Fiona Peschen in Paraguay

Fiona Peschen bei den Reisevorbereitungen

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Fiona Peschen geht für neun Monate nach Paraguay. Am 2. Februar 2012 startet der Flieger nach Südamerika. Die junge Dahlerin macht aus der Not eine Tugend.

Eigentlich wollte die 19-Jährige das Jahr nach dem Abi am Altenaer Burggymnasium als Au-Pair in Nordamerika verbringen. Doch aus zwölf wurden gerade zwei Monate; es klappte nicht in der ausgewählten Familie. Seit Oktober suchte sie nach Alternativen. Sie möchte Soziale Arbeit studieren und etwas Praxiserfahrung wäre gut. Doch warum in der Ferne schweifen? Schließlich hat ihre Familie ein Patenkind in Paraguay - wie eine ganze Reihe von Dahlern. Schon seit vielen Jahren pflegen die Mitglieder der Evangelisch- freikirchlichen Gemeinde Dahle Beziehungen in das Schulzentrum in der Nähe der Hauptstadt Limpio, zum „Centro Educativo Ñandejara“.

􀀟Das zweitärmste Land Südamerikas

Die Leiter, Mónica und Gastón Guzmán, besuchten die Gemeinde sogar vor zwei Jahren und berichteten über ihre Arbeit.** (Seit dem Erscheinen dieses Berichtes waren die beiden erneut in Altena/Dahle).

Im vergangenen Jahr (2011) machte sich die Altenaer Realschullehrerin Annette Goseberg persönlich ein Bild von der Lage in Paraguay. Nach Bolivien ist Paraguay das zweitärmste Land Südamerikas. Die freie Schule ermöglicht sozialschwachen Kindern und Familien eine grundlegende Bildung. Zur „Aktion Topf der Liebe“ werden vor allem Kinder gespeist. Zum Centrum gehören Kindertagesstätte für die Jüngsten, berufspraktische Ausbildungsbereiche und eine Schule, dessen Abschluss in Paraguay zum Studium berechtigt. Arm und Reich wohnen dort sehr dicht beieinander, weiß Fiona Peschen. Mitte November nahm die 19-Jährige Kontakt auf mit der deutschen Repräsentantin des „Centro Educativo Ñandejara“. Viele Bewerbungsbögen später bekam sie das Okay. Es folgten Tropenuntersuchungen. Und in einer Woche startet nun der Flieger via São Paulo (Brasilien).

Fasziniert von fremden Sprachen und Kulturen

Fiona Peschen in Paraguay

Fiona reist gerne. „Ich bin fasziniert von fremden Sprachen und Kulturen.“ Etwas Abenteuerlust sei auch im Spiel, gesteht die junge Frau. In dem Zentrum geht es ganz klar auch um die Vermittlungen christlicher Botschaft und Werte. All das reizt die 19- jährige überzeugte Christin, die als Jugendliche selbstverständlich in der Jungschar ihrer Gemeinde mitarbeitete, gerne musiziert und auf Jugendcamps mitarbeitet. In der Schule wird sie Nachhilfe in Englisch und Deutsch geben. 90 % der Bevölkerung sind Nachfahren europäischer oder asiatischer Einwanderer - darunter viele Mennoniten aus Deutschland. Auch Musik -Unterricht und mit etwas Übung Spanisch könnte sich Fiona Peschen vorstellen. Für ihren Unterhalt muss die Familie aufkommen, was bei den Lebenshaltungskosten in Paraguay nicht so ins Gewicht fällt. Die Arbeit in dem Entwicklungsland könnte aus ihrer Sicht eine gute Vorbereitung für einen späteren Beruf beispielsweise als Erlebnispädagogin in der Kinder- oder Jugendarbeit. Sie fühlt sich wohl in Dahle. „Aber nach 19 Jahren muss ich auch mal raus und unabhängig werden.“ Und ganz nebenbei lernt sie das „eigene“ Patenkind kennen. Fiona Peschen (19) freut sich auf Arbeit im Schulzentrum von Ñandejara

800 Kinder besuchen das Centro Educativo Ñandejara

Auf einer Fläche, die etwa Deutschland und der Schweiz entspricht, leben in Paraguay gerade einmal 6,5 Mio. Menschen - mehr als die Hälfte unterhalb der Armutsgrenze 􀀁 Sie leben vorwiegend von Ackerland und Rinderzucht. Größter Devisenbringer als das 􀀋zweitgrößte Wasserkraftwerk der Welt. 􀀁 800 Kinder besuchen derzeit das Centro Educativo Ñandejara. Die Missionsarbeit begann 1976. Fünf Jahre später lebten bereits 52 Kinder in dem Kinderheim, aus dem sich das Schulzentrum entwickelte.  

 

Christof Hüls

Erschienen im im Januar 2012 in der Westfälischen Rundschau, Altena

 

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