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Interview zur Auferstehung Jesu

 

Gespräch mit Dr. Jürgen Spieß,
Alt-Historiker, 51 Jahre alt, aus Marburg. Spieß leitete lange Jahre die Studentenmission in Deutschland (SMD) und kümmert sich heute um das Institut für Glaube und Wissenschaft. Er gilt als Spezialist u.a. für Dostojewski und C.S. Lewis. Durch einen Verkehrsunfall verlor er seine erste Frau und ein Kind. Er hat wieder geheiratet und ist Vater eines Kindes.

 

? Wo liegen Ihre Schwerpunkte?

Ich bin Alt-Historiker, beschäftige mich als mit der griechischen und römischen Zeit - von der Erfindung der Schrift bis ins Mittelalter. Außerdem habe ich Ägyptologie studiert.

 

? Hat Jesus wirklich gelebt?

Kein Historiker behauptet etwas anderes. Die Kommunisten haben es sicher angezweifelt. Der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus schrieb im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung über den Bruder von Jesu - ein klares außerbiblisches Zeugnis. Ich halte es mit dem kürzlich verstorbenen jüdischen Historiker Pinchas Lapid, Professor für das Neue Testament in Frankfurt, der sagte: „Wenn das die Jünger nur erfunden haben, würde das die Wunder übertreffen, die im Neuen Testament geschildert sind. Schließlich hat sich das Christentum unglaublich schnell ausgebreitet.

 

? Was bedeutet für Sie Ostern?

Dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Der Apostel Paulus widmet dem Thema ein langes Kapitel im ersten Korinther-Brief. Das endet mit der Aussage: Weil Christus auferstanden ist, deshalb ist unser Leben nicht vergebens.

 

? Was wäre, wenn Jesus nicht auferstanden wäre?

Die Auferstehung ist ein erstes Signal, ein Angeld auf unsere Errettung. Ohne Auferstehung wäre der Glaube ohne Basis. Es geht nicht um Lehre, also was Jesus gesagt hat. Darin unterscheidet sich das Christentum nicht von anderen Religionen. Paulus hat gesagt: Ohne Auferstehung gebe es eine Vergebung der Sünden vor Gott. Die Nennung Pilatus im Glaubensbekenntnis verdeutlicht das historische Ereignis. Die zentrale Aussage: Gott hat die Welt geschaffen, ist in Christus Mensch geworden und nicht tot geblieben. Mit der Auferstehung hat Gott bestätigt, was Jesus gesagt hat.

 

? Könnte man Glauben nicht auch mit Einbildung oder Illusion übersetzen?

Das Wort hat Joseph Pieper intensiv beschäftigt. Wer glaubt, hält etwas für wahr aufgrund des Wissens eines anderen. Und er zieht daraus Konsequenzen. Ein Beispiel: Wenn mir jemand sagt, dass es etwas günstig zu kaufen gibt, bedeutet „glauben”, dorthin zu gehen. Bei uns das Wort „Glaube” verschwommen zu einem „etwas für wahr halten, was nicht so wichtig ist.” Glauben hängt mit geloben zusammen. Es meint eine enge personale Beziehung (verloben), oder „das Herz zu geben”. Die Person steht dahinter. Man „glaubt” jemandem etwas.

 

? Gibt es Beweise für die Auferstehung?

Die Auferstehung ist das am besten belegte Ereignis der Antike. Wir wissen enorm viel. Historiker arbeiten nach Indizien wie Juristen und bewerten diese. Es gibt drei Dinge: Das Grab war am 3. Tag leer. Ein Gerücht hätte sich sonst nicht halten können. Die Frage ist allenfalls, wodurch es leer geworden ist. 2. Die Beschreibung der Begegnungen in den Evangelien. Es gibt keinen Bruch in der Erzählung über den Tod und der der Auferstehung. Kein blumiger Wechsel der Sprache, die gleiche Erzählweise. 3. Die Wirkungsgeschichte, Reaktion und Veränderung der Jünger. Selbst ein Bultmann gibt zu, dass etwas Revolutionäres passiert sein muss. Die Angsthasen erscheinen in Jerusalem und sagen: „Den ihr getötet habt, der lebt.” Dafür wurden sie letztlich alle umgebracht.

 

? Welche Konsequenz ziehen Christen aus der Tatsache der Auferstehung?

Zum Beispiel die aus 1. Korinther 15: Auch unser Leben ist nicht vergeblich. Paulus sagt: Ohne Auferstehung „seid ihr noch in euren Sünden”. Jetzt ist Euer Verhältnis zu Gott in Ordnung gekommen. Christen dürfen sich an den Gott wenden, der Tote auferweckt. ? Welche Konsequenz hat die Auferstehung für Sie selbst? Es gibt keine aussichtslosen Fälle. Gott kann Wunder tun. Ich selber habe Frau und Kind durch einen Unfall verloren. Ihr irdisches Leben ist zum Abschluss gekommen. Aber das war nicht alles. Es ist ein Wiedersehen denkbar.